Holzterrassen Know-how

Regeln & Tipps für die perfekte Holzterrasse

Projekt Holzterrasse: Eigentlich ganz einfach, wenn man weiß wie es geht. Wer schon einmal eine Holzterrasse gebaut hat, oder wer als Handwerksprofi Holzterrassen für andere baut, wird wahrscheinlich die meisten technischen Grundlagen und Kniffe für die perfekte Holzterrasse schon kennen.

Trotzdem ist es gut, sich Bekanntes gelegentlich wieder in Erinnerung zu rufen. Die Experten-Tipps können auch als Check-Liste oder als sprichwörtlicher Knoten im Taschentuch nützlich sein: An alles gedacht, nichts übersehen oder vergessen? Wer sich daran hält, wird Enttäuschungen vermeiden, Freude schenken und sich viele Jahre an einer tollen Holzterrasse erfreuen – denn darum geht es doch schließlich!
 

Auf einen Blick

-          Nie Holz auf Holz montieren − SPAX Air verwenden
-          Staunässe vermeiden − SPAX Pads verwenden
-          Durchführbarkeit der geplanten Aufbauhöhe überprüfen
-          Edelstahl-Schrauben mit passender Korrosionsbeständigkeit verwenden
-          Dielen und Unterkonstruktion auf gesamter Schraubenlänge vorbohren
-          2 Schrauben pro Befestigung verwenden
-          Längsstöße von Dielen immer auf doppelter Unterkonstruktion ausführen
-          Fugenbreite der Dielen der Holzfeuchte zum Verlege-Zeitpunkt anpassen
-          Dielen mit der Riffelung in Wasserfließrichtung geneigt legen
-          Für Unterkonstruktion und Dielen Holz derselben Dauerhaftigkeit verwenden
-          Unterkonstruktion aussteifen und bei Bedarf verankern

 

Mit guter Planung zum langen Holzterrassen-Leben

Augen auf beim Dielenkauf – aber nicht nur. Wer sich für seine Holzterrasse ein langes Leben wünscht, sollte nämlich nicht nur bei der Holzauswahl, sondern auch bei Standort, Montage und nicht zuletzt Pflege sowie Instandhaltung lieber zweimal hinsehen. Die Dauerhaftigkeit und die Gebrauchsdauer einer Holzterrasse sind gewissermaßen die Summe aus Talent und Technik.

Dauerhaftigkeit. Eine mehrstufige Klassengesellschaft

Einen ersten Anhaltspunkt  für die Widerstandsfähigkeit des naturbelassenen Holzes gegen Angriffe holzzerstörender Pilze, Fäulnisbakterien und sonstige Mikroorganismen liefern die 5 Haltbarkeitsklassen nach DIN EN 350. Die Klassifizierung gibt Auskunft darüber, ob es sich  bei der Diele um eine Holzsorte von hoher oder von geringerer Dauerhaftigkeit handelt. Die Einstufung bezieht sich allerdings nur auf das Kern- und nicht auf das Splintholz. Vom Splintholz spricht man beim äußeren, wachstumsaktiven und noch nicht ausgehärteten Teil des Stammes. Das Splintholz sämtlicher Holzsorten besitzt den niedrigsten Haltbarkeitsgrad.

Langsam währt am längsten

Für die Dauerhaftigkeit einer Holzsorte sind übrigens nicht Raumdichte und spezifisches Gewicht, sondern eine Summe unterschiedlicher Faktoren wie Herkunftsgebiet und Holzinhaltsstoffe verantwortlich. Faustregel: Langsam wachsendes Holz besitzt zumeist bessere Dauerhaftigkeitswerte als schnell wachsendes.

Steter Tropfen höhlt den Stein … und lässt Holz schnell altern

Logischerweise hat nicht nur die Anfälligkeit für biologischen Verfall Einfluss auf die Lebenserwartung der Holzterrasse. Die Gebrauchsdauer hängt nämlich wesentlich davon ab, wo und in welchem Umfang die Terrasse den Kräften der Natur ausgesetzt ist. Regen, frostige Kälte, sengende Sonne und Bodenfeuchte können den Naturstoff Holz unter Stress setzen und seine Alterung beschleunigen. Die meisten Stressfaktoren lassen sich aber baulich minimieren oder ausschalten.

SPAX Air. Riffelung im Neigungswinkel. Höhe zur Rasen und Rabatte

Das wahrscheinlich erfolgreichste Anti-Aging-Programm für Holzterrassen besteht in einer klugen und vorausschauenden Bauweise: Insbesondere stark bewitterte Terrassen sollten nicht 100%ig waaggerecht, sondern stattdessen mit leichtem Neigungswinkel und Dielenriffelung in Wasserfließrichtung verbaut werden. Außerdem empfiehlt sich die Einbringung von Abstandhaltern wie dem SPAX Air Lüftsteg. Zusätzlich positiv: Eine relativ zu Blumenbeet und Rasenfläche höhere Unterkonstruktion!

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Nassquellen reduzieren und unterlüften

Nasses Laub und alle Arten von Erde und Dreck dagegen haben auf der Holzterrasse nichts zu suchen. Ebenso wenig dauerfeuchte Blumenkübel und Blumenkästen, unter denen sich Staunässe sammelt. Um den Befall von Moderfäule zu vermeiden, sollten solche Nässequellen beseitigt werden. Bei Blumentöpfen und -kästen ist durch geeignete Hilfsmittel für eine ausreichend gute Unterlüftung zu sorgen. Sonnenschirmständer sollten in der kalten und nassen Jahreszeit von der Terrasse verbannt werden. Naturholz hat etwas gegen stehende Nässe!

Standort intelligent wählen

Wenn die Möglichkeit besteht, die Terrasse nicht ausgerechnet auf der Wetterseite des Hauses oder in einem besonders verschatteten oder feuchten Bereich zu errichten, wäre auch das von Vorteil. Ihre Holzterrasse wird in Schönheit altern und es Ihnen mit einem langen Leben danken!

Staunässe zuverlässig stoppen – so wird’s gemacht!

Keine Chance dem Nässestau! Am besten, man bremst das Wasser bereits aus, bevor es ins Holz einziehen kann. Gleichzeitig muss für einen geregelten Abfluss gesorgt werden. Wer diese Grundregel beim Bau der Unterkonstruktion einhält, hält Wasser und Nässe wirksam in Schach.

Kontaktverbot

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Holz-Kontaktflächen. Damit die Unterkonstruktion nicht in direkte Berührung mit feuchten Erdreich oder Schotter kommt, wird sie auf mit regelmäßigem Zwischenabstand platzierten Betonplatten aufgesetzt. Wer mag, kann auch zu anderen Formen der Besockelung greifen. Aber nur, wenn die Stabilität dabei nicht zu kurz kommt!

Besser mit Gummi

Zwischen die hölzerne Unterkonstruktion und die Betonplatte kommt eine geeignete Unterlage aus nicht saugendem Material. SPAX empfiehlt SPAX Pads aus robustem Recycling-Gummi. Die Gummi-Pads schützen das aufliegende Holz dauerhaft vor eindringender Nässe. Gleichzeitig helfen Sie, kleine Unebenheiten auszugleichen.  Dank der Pads kann das Wasser optimal ablaufen.  Der Verrottung des Holzes wird buchstäblich der Boden entzogen!

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Nicht mehr als 50 mm Breite

In der Dauerbeobachtung hat sich gezeigt, dass die Längshölzer der Unterkonsturktion an der zur Diele zeigenden Seite nicht breiter als 50 mm sein sollten. Bei größeren Querschnitten, etwa 60 X 100 mm, sollten die 60 mm Breite auf der zur Diele zeigenden Seite an den Kanten so abgeschrägt werden, dass die Breite der Auflagefläche auf 50 mm gemindert wird.

Länger leben mit SPAX Tape

Vor der Dielenmontage sollten die Längshölzer der Unterkonstruktion mit einer Nässesperre aus selbstklebendem SPAX Tape versiegelt werden. Das Klebeband ist UV-resistent und lässt sich leicht wieder abziehen. Bei der weniger dauerhaften Douglasie oder Lärche ist das schützende Tape fast schon ein Muss, bei harten Hölzern eine Empfehlung. Es stellt eine ebenso einfache wie wirksame Maßnahme dar, um das drohende Auffeuchten der Unterkonstruktion an den Kontaktstellen zur Diele zu verhindern und so ihre Nutzungsdauer zu verlängern.

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Keine halben Sachen beim Bau der Unterkonstruktion

Damit die Holzterrasse ausreichend stark begeh- und belastbar ist, müssen zwischen den Holzstreben der Unterkonstruktion Mindestabstände eingehalten werden. Der Mindestabstand für 25 mm starke Terrassendielen beträgt 50 cm, der für 21 mm starke Dielen 40 – 45 cm.

Speziell bei Dielen aus drehwüchsigen Hölzern wie z. B. Cumaru oder Bongossi kann es bei Nichteinhaltung des Mindestabstands leicht zu unerwünschtem Verziehen und, wenn man Pech hat, zu Stolperfallen kommen.

Für NFC/WPC Terrassendielen und modifizierte Hölzer müssen die Vorgaben der Hersteller beachtet werden.

Gehwegplatten als Sockel des Erfolgs

Wie schon weiter oben ausgeführt, wird die Unterkonstruktion immer auf  lastenverteilende  Sockel und nie direkt ins Erdreich oder in die Schotterschicht gesetzt. Für den Sockel haben sich auf dem Schotterbett platzierte Gehwegplatten aus Beton bewährt.

Hochkant gut aufgestellt

Für die Ausführung der Unterkonstruktion sind ca. 42 X 29 mm starke Kanthölzer ideal. Die Aufstellung erfolgt hochkant. Nicht versäumen, SPAX Pads als Nässeschutz zwischen Kantholz und Gehwegplatte unterzulegen!

Diele und Unterkonstruktion: Holz derselben Dauerhaftigkeit verwenden!

Bei Harthölzern wie z. B. Bangkirai oder Massaranduba sollte die Unterkonstruktion wegen ihres artentypisch spezifischen Dehn- und Schwindverhaltens in derselben Holzart ausgeführt werden.  Material-Engpass? Wenn die Holzart nicht zur Verfügung steht, kann ein ähnlich dauerhaftes Hartholz als Ausweichoption zum Einsatz kommen.

Diese Faustregelt gilt übrigens auch für Terrassen mit Deckprofilen aus Douglasie, Lärche oder anderen weniger harten Hölzern: Die Holzart der Unterkonstruktion folgt der Holzart der Terrassendiele, sollte mit dieser identisch oder ihr zumindest möglichst ähnlich sein!

Anker und Querhölzer machen die Konstruktion verwindungsfrei

Das elegante Erscheinungsbild einer Holzterrasse resultiert im Wesentlichen aus dem für die komplette Terrasse gleichmäßig-geradlinigen Fugenbild. Die Gleichmäßigkeit des Fugenbildes wird gravierend gestört, wenn es wegen konstruktiver Fehler oder wegen dem Holz innewohnender Dreh- und Zugkräfte zu Verwindungen kommt. Speziell bei Dachterrassen ist dieses Phänomen auch aus statischen Gründen zusätzlich unerwünscht.

Querverstrebungen im Versatz und flach montieren

Verwindungen müssen nicht sein. Verankerungen mittels korrosionsgeschützter, an Unterkonstruktion und Bodenplatte verschraubter Winkel schaffen schon einmal eine solide Grundlage. Im diagonalen Versatz zwischen den Längshölzern montierte, kurze Querverstrebungen tragen zusätzlich dazu bei, selbst eine störrische Unterkonstruktion zuverlässig unter Kontrolle zu bekommen. Die Querverstrebungen sollten flach zwischen die hochkant aufgestellten Längshölzer montiert werden. So werden Auflagepunkte zu den Dielen vermieden und die Durchlüftung verbessert!

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SPAX Lift – nicht nur bei Dachterrassen eine Empfehlung

Wenn die durch Drehwuchs hervorgerufenen Verwindungskräfte nicht zu stark sind und die Zielhöhe der Holzterrasse es zulässt, sind SPAX Lift Stellfüße eine perfekte Alternative. Mit Ihnen lassen sich auch Höhenunterschiede zum Untergrund ausgleichen, es sollte jedoch eine Verträglichkeit der unterschiedlichen Materialen geprüft und abgestimmt werden. Bei der Berechnung von Anzahl und Position der SPAX Lifts sind besondere Belastungen wie z. B. Sonnenschirmständer oder Blumenkübel mit einzuplanen.

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Terrassen von mehr als einer Dielenlänge bauen

Terrassendielen gibt es zwar in beeindruckenden Längen, aber selbst die längste Diele kann kürzer sein, als es die Terrasse erfordert! Was also tun? Bleibt nur der Längsstoß. Längsstöße erfordern für normale Terrassendielen den Bau von mehr als einer Unterkonstruktion: Für jede Dielenlänge eine separate. Der Abstand von der einen zur anderen Unterkonstruktion sollte 50 bis maximal 100 mm betragen. Der Abstand zwischen den jeweiligen Dielenenden sollte zwischen 5 und 10 mm betragen.

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Länge von Unterkonstruktion und Diele richtig berechnen

Abhängig vom Abstand zwischen den zwei oder mehr Unterkonstruktionen ergibt sich ein ca. 24 – 50 mm großer Überstand pro Dielenende relativ zur jeweiligen Unterkonstruktion. Um Überraschungen zu vermeiden, lieber die Berechnung zweimal kontrollieren!

Um Stolperstellen zu vermeiden, sollte der Höhenunterschied zwischen den Dielenenden der Stoßfuge nicht mehr als 3 mm betragen – so FR02 BDZ1

Beim Längenstoß extra Lifte einsetzen

Sie wollen SPAX Lift für die Unterkonstruktion verwenden?  Beachten Sie bitte, dass jede einzelne Unterkonstruktion an der Stoßfuge mit ihrer eigenen SPAX Lift Auflage ausgestattet ist. Möglicherweise ist es dazu erforderlich, die SPAX Lifte im Versatz anzuordnen.

Baulicher Holzschutz der Unterkonstruktion

Sie liebäugeln mit Terrassendielen aus einer weniger dauerhaften Holzkategorie, z. B. Douglasie oder Lärche? In diesem Fall lassen sich mit einem „Tuning“ der Unterkonstruktion stille Haltbarkeitsreserven aktivieren. Ihr Nachrüstset für das Erreichen der höheren Gebrauchsklasse: Der SPAX Air Lüftsteg.

Gebrauchsklassen-Upgrade mit SPAX Air

SPAX Air Lüftsteg verringert die Entstehung von Staunässe zwischen Terrassendiele und Unterkonstruktion. Aus der baulichen Veredelung resultiert eine deutliche Haltbarkeitssteigerung und damit die Hochstufung der Gebrauchsklasse 3.2 in die nächsthöhere Gebrauchsklasse 3.1.

Die Haltbarkeits-Optimierung stellt auch eine interessante Möglichkeit dar, Lärche und Douglasie für Balkone oder aufgeständerte Konstruktionen zu verwenden. Für diese Bauwerke ist nämlich die Gebrauchsklasse 3.1 nach FR02 BDZ1 als Mindesthaltbarkeit vorgeschrieben.

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Sachgerechte Dielenmontage für ein tolles Ergebnis

Ist die Holzterrasse erst einmal fertig montiert, lässt sie sich nicht nachholen: Die Rede ist von der richtigen Vorbereitung.

Bevor sie verlegt werden, sollten die Terrassendielen an beiden Enden rechtwinklig abgeschnitten und zusätzlich mit einer Fase oder Rundung versehen werden.

Parafin entfernen, Kopfenden schützen

Die von vielen Herstellern im Herkunftsland als Spleißschutz an den Dielenenden angebrachte Paraffinversiegelung sollte in jedem Fall entfernt werden – anderenfalls kann sich das Paraffin bei Sonneneinwirkung verflüssigen und zu unerwünschten Verfärbungen führen. Bei Bedarf behandeln sie die Kopfenden mit einer geeigneten Hirnholzversiegelung oder einem speziellen Stirnkantenwachs.

Den richtigen Verlegeabstand berechnen

Vor Erstellung des Verlegeplans sollten die Terrassendielen auf ihren Feuchtigkeitsgehalt geprüft werden. Anders lässt sich die Einhaltung der Fugenbreite nicht gewährleisten. Für eine optimale Montage der Terrassendielen empfiehlt sich eine mittlere Feuchte von ca. 16% - 18%. Bei trockneren Dielen muss entsprechend eine größere Fugenbreite gewählt werden.
Es steht kein Holzfeuchte-Messgerät zur Verfügung? In dem Fall nehmen Sie zur Stichprobe bei 5 nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Dielen eine Breitenmessung vor. Der Durchschnittswert, also die Summe der Messergebnisse geteilt durch 5, liefert dann das Ist-Maß für den Verlegeplan.

Zielfuge: 5 Millimeter

Beim Verlegplan gehe Sie wie folgt vor: Ermitteln Sie aus den Lieferinformationen (Kaufbeleg / Lieferschein) das Nenn- oder Sollmaß – also z. B. 145 mm. Bei einem angestrebten Fugenabstand von 5 mm ergibt sich daraus ein Verlegeabstand von insgesamt 150 mm.

Wenn das Ist-Maß und das Nenn-Maß voneinander abweichen, gilt es, das abweichende Ist-Maß durch Anpassung der Fugenbreite auf den Soll-Verlegeabstand, im Rechenbeispiel 150 mm, zu bringen.

D. h. dass für einen durchschnittlichen Messwert von z. B. 139 mm die Fugenbreite auf 11 mm erhöht werden muss, um den Verlegeabstand von 150 mm zu erreichen: 139 + 11 = 150.

SPAX Spacer macht die Fugenbreite einfach

Für ein zügigeres Arbeiten und eine optimale Kontrolle verwenden Sie den SPAX Spacer: Er ermöglicht eine durchgängig regelmäßige Einstellung der Fugenbreite.

Um mit der zuletzt verlegten Diele exakt abzuschließen, sollten Sie mehrfach zwischendurch die Gesamtbreite der bereits verlegten Dielen messen und erforderlichenfalls Anpassungen der Fugenbreite vornehmen.

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Keine krummen Sachen

Verkrümmte oder verzogene Terrassendielen ruinieren das gleichmäßig-lineare Fugenbild – und das ist eben das A und O einer perfekten Holzterrasse! Dank SPAX Kaiman pro müssen verkrümmte Dielen nicht automatisch als Ausschuss aussortiert werden: Mit SPAX Kaiman pro lässt sich für die meisten verkrümmten Hölzer eine effektive Begradigung und damit auch eine relativ gleichmäßige Fuge erreichen.

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Schwund gibt’s immer

Holz ist ein hygroskopischer Werkstoff. D. h. er nimmt Feuchtigkeit aus seiner Umgebung auf und gibt sie auch wieder ab. Letzteres ist von einer Reihe von Faktoren abhängig – insbesondere von der Umgebungsfeuchtigkeit. Je mehr Feuchtigkeit das Holz aufnimmt, desto stärker nimmt es an Volumen zu. Geht der Feuchtigkeitsanteil zurück, nimmt auch das Volumen wieder ab. Das Quellen und Schwinden des Holzes findet primär quer zur Maserung statt und beträgt im Allgemeinen zwischen 5% und 10% der Materialbreite und –stärke.

Lieber zweimal gerechnet als zweimal montiert

Wenn die Differenz zwischen dem Ist- und Sollmaß der Dielen zum Montagezeitpunkt nicht beachtet und entsprechend ihres Wertes mit einberechnet wird, muss die Terrasse später möglicherweise komplett demontiert und neuverlegt werden. Die enormen, aus der hygroskopischen Volumenänderung des Holzes resultierenden Scherkräfte werden durch keine Schraube der Welt aufgefangen! Schlimmstenfalls erschweren die resultierenden Deformationen der Schrauben den Ab- und Wiederaufbau.

Bitte auf Distanz gehen

Zur Hauswand und zu anderen angrenzenden Bauwerken muss der Abstand mindestens 10 mm betragen. Ideal sind 15 oder 20 mm. So fallen bei z. B. Putz- oder Holzfassaden Anstrich und Reinigung leichter. Gleichzeitig sorgt der Abstand für eine gute Durchlüftung unter der Terrassenfläche.

Vorsicht beim Fassadenabstand

Wenn es sich beim Bauwerk um eine Fassadenwand handelt, erhöht sich der Mindestabstand auf 300 mm. Für einen verbesserten Fassaden-Spritzwasserschutz empfiehlt sich eine zusätzliche, vom Gebäude aus gemessen mindestens 150 mm breite Kiesschüttung. Für das Zimmermannshandwerk sind diese Richtwerte übrigens bei Neubauten und Modernisierungen als Fachregel 01  und DIN 68800-2 verbindliche Norm.

Verschrauben der Terrassendielen auf der Unterkonstruktion

Das Verschrauben der Terrassendielen ist ein Kapitel für sich. Dabei geht es um den richtigen Edelstahl genauso wie um Einschraubtiefen, Schraubendurchmesser, Vorbohren und Versatz. Soll sichtbar verschraubt oder mit verdeckten Hilfsmitteln befestigt werden? So viele Fragen, so viele Antworten. Egal für welche Terrassenmach- und Befestigungsart Sie sich entscheiden – SPAX hält die jeweils maßgeschneiderte, technisch perfekte Schraube für Sie bereit.

Kleine Schraubenkunde

Der Stahl macht’s – Edelstahl ist für Holzterrassen ein Muss. Von der Holzart hängt ab, welche Art von Edelstahl am besten geeignet ist. Die Schraubenkunde unterscheidet zwischen Martensitischen und Austenitischen Stählen. Die Besonderheiten sind in einer speziellen Norm, der DIN EN ISO 3506 geregelt. Wozu diese Feinheiten?

Gerbstoffhaltige Hölzer erfordern A2 Edelstahl

Es geht um den spezifischen Korrosionswiderstand gegen aggressive Chemikalien und Bewitterung. Bei Chemikalien kann es sich auch um natürliche Gerbsäure handeln, die z. B. bei Eiche, Bangkirai oder Garapa vorkommt.

Terrassendielen sichtbar verschrauben

Eine normal dicke Terrassendiele in einem durchschnittlich genutzten Terrassenbereich erfordert einen 5 mm starken Schraubendurchmesser. In Kombination mit einer mindestens 6-fachen also 30 mm betragenden Einschraubtiefe auf Seiten der Unterkonstruktion. Für dickere Dielen und eine stärkere Beanspruchung z. B. wegen starker Frequentierung erhöht sich dieser Wert auf 6 mm Durchmesser und 36 mm Einschraubtiefe.

Häufig eingesetzte Schraubenlängen

In der Terrassen-Praxis haben sich folgende Schraubenlängen bewährt:

Dielenstärke bis 21 mm                                             =          60 mm Schraubenlänge

Dielenstärke 22 – 28 mm                                          =          70 mm Schraubenlänge

Dielenstärke 28 oder zusätzl. Abstandhalter            =          80 mm Schraubenlänge

 

Vorgebohrt schraubt besser

Speziell bei harten und schweren Laubhölzern sollte immer vorgebohrt werden. Wird das Vorbohren versäumt, kann es zu Spaltbildung und Einrissen kommen. Die Vorbohrregel gilt auch für Thermohölzer, deren Materialverhalten dem harter Hölzer gleicht.

Der ideale Vorbohrer: SPAX step drill 4

Das Vorbohren empfiehlt sich auch für die Unterkonstruktion bis in eine der kompletten Schraubenlänge entsprechende Tiefe. Praktisch ist der SPAX step drill 4. Der Spezialbohrer steht in verschiedenen Längen zur Verfügung. SPAX step drill 4 stellt sicher, dass die gewünschte Bohrtiefe erreicht wird, ohne dass sich das Material spaltet oder einreißt. Die Gefahr des Spleißens ist naturgemäß an den Brettenden besonders hoch.

Selbst wenn das Missgeschick zum Zeitpunkt der Montage noch nicht  aufgetreten ist, kann die Diele z. B. bei Sonneneinstrahlung aufgrund der Trocknung später immer noch reißen! Dann doch lieber vorbohren. Das Vorbohren kostet zwar ein bisschen Zeit, hilft aber, das Material zu schonen und unerfreuliche Überraschungen zuverlässig zu vermeiden.

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Nie zu nah zum Dielenende schrauben!

Um eine optimale Stabilität zu gewährleisten, sollte die Distanz des letzten Befestigungspunktes zum Dielenende mindestens 50 und höchstens 150 mm betragen. Große Überstände, aber auch das Materialverhalten drehwüchsiger Hölzer wie z. B. Cumaru, lassen sich mit einer unter den Brettenden verschraubten Halteleiste unter Kontrolle bringen. Diese Leiste hindert  die überstehenden Enden daran, buchstäblich aus den Fugen zu  geraten, sich zu verdrehen und Stolperstellen hervorbringen.

Doppelt hält besser

Terrassendielen von mehr als 80 mm Breite müssen mit 2 nebeneinander platzierten Schrauben auf der Unterkonstruktion befestigt werden.

Zur seitlichen Dielenkante soll der Abstand mindestens  20 und maximal 30 mm betragen. Für eine Diele von 145 mm Breite beträgt der Abstand zwischen den beiden Schrauben optimale 100 mm. Dieser Abstand minimiert das Schüsselungs-Risiko der Terrassendiele. Der Schüsselungs-Effekt, eine seitliche Aufwölbung der Dielenkanten, ist nicht nur optisch unerwünscht, man stolpert auch leicht über die hochragenden Dielenkanten.

Wer die Wahl hat …

Für die Montage von Terrassendielen werden die unterschiedlichsten Schrauben angeboten. Unter dem Punkt Schraubenkunde wurde bereits auf die Materialbreite  bei Edelstahl eingegangen. Aber nicht nur die Edelstahl-Qualität, auch das technische Design einer Terrassenschraube hat Einfluss auf die Ergebnisqualität  der Holzterrasse.

 

 

Leisetreter

Wer will schon, dass die Holzterrasse jeden Schritt mit Knarren oder Klappern  kommentiert? Unsere SPAX Lösung für dieses Problem ist die Kombination aus  einem vorderen Schraubenteil und einem unter dem Kopf gelegenen Fixiergewinde. Der vordere Schraubenteil zieht die Diele kraftvoll auf die Unterkonstruktion. Das Fixiergewinde entlastet einerseits den Kopf und hält andererseits die Diele in ihrer Position.

Wo trotz Sommerhitze und schwindendem Holzvolumen alles gut fixiert an seinem Platz bleibt, kann auch nichts geräuschvoll in Bewegung geraten. Klappern und Knarr-Geräusche werden deutlich reduziert, SPAX schaltet den Ton ab.

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Ab in die Versenkung

Für die sichtbare Verschraubung empfehlen wir aus optischen Gründen die SPAX Terrassenschraube mit kleinem Kopf.  Die Verschraubung erfolgt mindestens bündig, besser noch mit einer 1 bis 1,5 mm tiefen Versenkung.

Für oberflächenbehandelte Dielen sollte die Versenkung nicht mehr als 1 mm betragen. Ansonsten beträgt der Maximalwert 2 mm. Damit Sie diese exakten Senkwerte erreichen, verwenden Sie bitte den SPAX Drive stop für Akkuschrauber.

Exakt statt irgendwie: SPAX Drive Stop

Eine edle Holzterrasse ist keine Euro-Palette: Mit dem SPAX Drive Stop lässt sich die Tiefe der Versenkung exakt einstellen, und das Ergebnis wird in Punkto Gleichmäßigkeit und Präzision hohen ästhetischen Ansprüchen gerecht.

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Besondere Verfahrenslösungen

Keine Regel ohne Ausnahme, keine Situation, die sich nicht vielleicht doch mit einer besonderen Maßnahme beantworten ließe. Dank Forschung und Entwicklung sowie intensivem Austausch mit Holzhandwerk und Industrie hat SPAX für die meisten Sonder- und Spezialfälle die passende Schraube und das passende Verfahren.

Sonderfall Aluminium

Aluminium kommt meist dann zum Einsatz, wenn sich eine Unterkonstruktion aus Holz wegen zu geringer möglicher Aufbauhöhe der Terrasse nicht umsetzen lässt. Die Gründe dafür sind meist architektonisch.

Ideal für die Anforderungen einer Aluminium-Unterkonstruktion ist die SPAX Alu Schraube. Sie verfügt über ein stabiles Blech-Doppelgang-Gewinde und eine spezielle Bohrspitze für bis zu 4 mm Materialstärke. Das Vorbohren des Aluminiums entfällt, trotz resultierend starker Haltekraft. Allerdings stößt die Haltekraft bei stark drehwüchsigen Terrassendielen an eine physikalische Grenze. Darum hat SPAX Alu z. B. für Cumaru Terrassendielen keine Freigabe erhalten.

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Die Nut zur Tugend machen

Außer den mit sichtbarer Fuge verlegten Terrassendielen bietet der Handel auch Dielen mit Nut an. Diese bieten nach Fertigstellung eine andere Optik, und sie sind auch anders zu verlegen. Zur Auswahl stehen die Verschraubung auf der Oberfläche oder alternativ die Verschraubung in der Nut. Beides hat spezifische Vor- und Nachteile.

Verschrauben auf der Oberfläche

Das Verschrauben auf der Oberfläche ist anspruchsvoller, weil es nach besonders viel Präzision verlangt. Kleine Fehler werden sofort in Form eines nicht zufriedenstellenden Erscheinungsbildes bestraft. Schließlich gilt es, sämtliche Schrauben exakt mit einheitlicher Tiefe und in einer nicht weniger exakten Fluchtlinie sauber zu verschrauben. Allerdings hat diese Form der Akzentsetzung ihren besonderen Reiz, wenn sie sich denn mit der geforderten Genauigkeit verbindet.

Verschrauben in der Nut

Beim Verschrauben in der Nut treten die Schraubenköpfe weniger in Erscheinung, leicht vorstehende Schraubenköpfe fallen weniger ins Gewicht. Optisch wie auch mechanisch.

Bei Bootsstegen, Brücken und ähnlichen Bauwerken ist das Verschrauben in der Nut deswegen Stand der Technik. Bei diesen Bauwerken heißt es auch, vorausschauend an die zukünftigen Pflege- und Wartungsarbeiten zu denken. Um Reklamationen auszuschließen, darf die Korrosionsklasse der verwendeten Edelstahlschrauben nicht mit den bei Wartung und Pflege eingesetzten Substanzen kollidieren.

Für derartige Bauprojekte hat SPAX die spezielle SPAX Weg und Steg Schraube entwickelt. Die Schraube ist für Dielen ab 40 mm Brettstärke vorgesehen.

Die SPAX Weg und Steg kommt auch bestens mit geriffelten und glatten Terrassendielen zurecht. Bei geriffelten und glatten Oberflächen muss mit besonderer Präzision gearbeitet und auf ein ausrissfreies Bohren und Verschrauben geachtet werden.

Auf der Flucht

Bei anspruchsvollen Projekten des Steg- und Wegebaus ist fluchtgerechtes Verschrauben ein absolutes Muss. Von fluchtgerecht spricht man dann, wenn auf eine Länge von 2 m die maximale Abweichung zur resultierenden Geraden aller Punkte nicht mehr als plus / minus  5 mm beträgt. Diese strenge Flucht-Regel geht auf optische und statische Erfordernisse zurück.

Die bei baurechtlich anspruchsvollen Projekten wie z. B. Bootsstegen verwendeten Schrauben müssen nach DIN EN 1995-1 sowohl für Nadel- als auch für Laubholz geeignet und zugelassen sein.

Under Cover

Bei der verdeckten Dielenbefestigung  geht es ähnlich geheimnisvoll zu wie bei einer verdeckten Ermittlung: Die Befestigung soll unbemerkt geschehen!  

Aus der verdeckten Verschraubung und dem Einsatz spezieller  Befestigungssysteme resultiert ein ganz besonderes optisches Erscheinungsbild. Die Befestigungs-Entscheidung sollte abhängig von der Holz- und Dielenart getroffen werden.

Systemlösungen

Handelt es sich bei der verdeckten Befestigung um eine Systemlösung? Falls ja, sollten ausschließlich Module dieses Systems und keine systemfremden Artikel verbaut werden. Bei Systemlösungen ist auch die Verlege-Anleitung des Herstellers vor sonstigen Bau-Tipps zu befolgen.

Die Konformitäts-Regel umfasst auch die Freigabe von Holzarten und sonstigen Modifikationen. Grund: Systeme können nur im System funktionieren. Wer die Systemvorgaben nicht einhält, verliert sämtliche Gewährleistungsansprüche.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

SPAX Stick pro ist das verdeckte – und damit quasi unsichtbare – Befestigungsmittel in SPAX Qualität.  SPAX Stick pro besteht aus Hightech-Kunststoff und kann abhängig von den zur Befestigung eingesetzten Schrauben wahlweise auf Unterkonstruktionen aus Holz oder aus Aluminium eingesetzt werden.

Der unschlagbare Vorteil: SPAX Stick pro kombiniert die verdeckte Befestigung mit baulichem Holzschutz. Der Schutz besteht darin, dass ein extra Abstand zwischen Terrassendielen und Unterkonstruktion eingefügt wird. Dank des schneller abfließenden Wassers und der verbesserten Durchlüftung wird die Trocknung beschleunigt. Die Nutzungsdauer und damit die Wirtschaftlichkeit der Holzterrasse werden deutlich erhöht.

Weil diese Kunststoff-Verbindungsmittel  noch nicht genormt ist, ist im Einzelfall zu überprüfen, ob dafür ein bauaufsichtlicher oder vergleichbarer Verwendbarkeitsnachweis zu erbringen ist.

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1FRO2 BDZ
Fachregel des Zimmererhandwerks 02; Balkone und Terrassen Herausgeber: Holzbau DEUTSCHLAND – BUND DEUTSCHER ZIMMERMEISTER